Durchschlafen in den Wechseljahren
- 23. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Ursachen für Schlaflosigkeit in der Menopause
In jener Nacht, als Anna* wieder einmal schweißgebadet im Bett saß, war sie überzeugt: „Mein Körper hat sich gegen mich verschworen.“
Dass genau dieser Körper gerade versuchte, sie zu retten – das war eine Perspektive, aus der sie ihre Wechseljahre noch nie betrachtet hatte.

Wenn Dein Körper heimlich Superheldin spielt
Stell Dir mal vor, Dein Körper wäre so eine Art hochsensible Sicherheitszentrale. Jede Nacht fährt er Systeme hoch, repariert Schäden, sortiert Erinnerungen und kalibriert Deine Hormone neu. Er arbeitet nicht gegen Dich – ganz im Gegenteil. Er versucht mit aller Kraft, Dich zu schützen und anzupassen.
Die Wechseljahre sind dann eben nicht das „Defekt"-Schild dieser Zentrale, sondern eigentlich ein gigantisches Update. Kein kleines Bugfix, sondern ein komplettes Betriebssystem-Upgrade. Und wie jedes große Update – Du kennst das vielleicht vom Handy oder Computer – es ruckelt eben, hakt, stürzt auch mal zwischendurch ab. Aber es macht Dich am Ende stabiler, klarer, weiser.
Und der Schlaf? Der ist in diesem ganzen Prozess Dein Super-Update-Kanal. In der Tiefe der Nacht erledigt Dein Körper all das, wozu tagsüber einfach keine Ruhe ist: Er baut Stresshormone ab, regeneriert Zellen, räumt das ganze Gedankenchaos auf und versucht, Deine Hormone auf ein neues Gleichgewicht einzupendeln.

Melatonin, die Nachtarchitektin
Mitten in dieser Sicherheitszentrale arbeitet eine leise, unscheinbare Heldin: Melatonin, Dein Schlafhormon. Sie ist wie eine Architektin der Nacht, die mit jeder Dunkelheit anfängt, ihre Pläne auszurollen: „Hier senken wir Puls und Blutdruck, dort entspannen wir Muskeln, hier dimmen wir Gedanken."
In den Wechseljahren wird ihr Material aber knapper. Dein Körper produziert einfach weniger Melatonin, während gleichzeitig Stress, Hitzewallungen und Grübelgedanken an der Tür rütteln. Melatonin versucht, Dir zu signalisieren: „Es ist Zeit, runterzufahren" – aber Cortisol, das Stresshormon, hält ihr ständig neue To-do-Listen hin.
Und dann ist da noch Östrogen, die Kollegin, die jahrelang so unauffällig im Hintergrund mitgeholfen hat, Schlaf, Stimmung und Temperatur zu stabilisieren. Während das Östrogen-Team nach und nach abzieht, muss Melatonin plötzlich viel mehr Aufgaben übernehmen, als eigentlich für sie vorgesehen waren.
Dein Körper ist also gar nicht chaotisch. Er versucht einfach, unter völlig neuen Bedingungen ein altes Wunder zu leisten: Dich Nacht für Nacht zu regenerieren.

Hitzewallungen: Die „Feueralarm“-Funktion Deines Systems
Wenn Anna* nachts von innen heraus zu glühen beginnt, fühlt sie sich total ausgeliefert – als wäre ihr Körper ein unberechenbares Feuer.
Aber lass uns das mal anders betrachten: Hitzewallungen sind eigentlich wie ein überempfindlicher Feueralarm in Deiner Sicherheitszentrale. Früher wusste Dein Körper ganz genau, welche Temperatur „normal" ist. Mit den hormonellen Veränderungen verschiebt sich aber diese innere Thermostat-Skala. Plötzlich interpretiert Dein Nervensystem schon leichte Schwankungen als Gefahr – zack, der Alarm geht los: Hitze, Schweiß, Herzklopfen.
Natürlich reißt Dich das aus dem Schlaf. Du wirfst die Decke weg, atmest schneller, suchst nach Abkühlung. Es fühlt sich an wie ein Angriff – und ist gleichzeitig so etwas wie ein Rettungsversuch: Dein Körper versucht nämlich, Deine Temperatur zu regulieren und sich an die neue hormonelle Realität anzupassen.
Die Kunst besteht jetzt darin, diesen Alarm ernst zu nehmen, aber ihn nicht mehr als Feind zu sehen. Sondern eher wie ein System, das feiner eingestellt werden möchte. Und genau hier kommen sanfte, natürliche Rituale ins Spiel.

5 sanfte Rituale, mit denen Du zur Chefin Deines Schlaf-Universums wirst
Stell Dir vor, Du betrittst jeden Abend Deine innere Kommandozentrale – und anstatt sie einfach dem Autopiloten zu überlassen, übernimmst Du ganz bewusst die Führung.
Diese fünf Rituale sind übrigens keine „Du-musst"-Regeln, sondern eher so Einladungen, wieder Verbündete Deines Körpers zu werden.

Dein Abendduft als geheimes Einschlafsignal
Bevor Anna ins Bett geht, tropft sie ein paar Tropfen von einem sanften Lavendel oder Bergamotte-Öl in die Handflächen, reibt sie aneinander und hält die Hände vor ihr Gesicht. Nicht als Beauty-Ritual – sondern eher als Code.
Mit der Zeit lernt ihr Nervensystem nämlich: „Dieser Duft bedeutet: Jetzt ist es sicher, loszulassen."
Der Duft wird so zum inneren Schalter, der Deinem Körper signalisiert: Die Nachtarchitektin Melatonin darf jetzt ihre Pläne ausrollen und Dein Atem wird ruhiger, Dein Herzschlag langsamer, Gedanken verlieren ihre Schärfe.

Dein kühles Nest für Deine Superkräfte
Anna hat ihr Schlafzimmer lange als so eine Art „Problemzone" gesehen. Nun hat sie entdeckt, dass ein Nest, in dem sie sich wirklich sicher fühlt (dunkel, kühl, ruhig) sie viel besser unterstützen kann.
Sie tauschte schwere Decken gegen leichte, atmungsaktive Materialien, stellte die Temperatur etwas niedriger und legt sich nun ein dünnes, zusätzliches Tuch bereit, das sie nachts dann schnell wegziehen oder eben über sich legen kann.
Ihr Ziel ist dabei gar nicht, jede Hitzewallung zu verhindern, sondern eher, den Alarm schnell wieder zu beruhigen. Wenn der Körper nämlich merkt: „Ach, ich kann Wärme schnell loswerden", dann muss er auch nicht mehr so drastisch reagieren.

Ein Abendritual statt „noch schnell…“
Früher lag Anna mit dem Handy im Bett und hat sich „müde gescrollt".
In Wirklichkeit hat sie damit aber ihr Nervensystem erst richtig hochgefahren. Heute macht sie das anders: Sie setzt sich jeden Abend mit einem Tee und einem Notizbuch hin.
Und schreibt sich drei Dinge auf:
Was darf heute mental abgeschlossen sein?
Welche Sorge parke ich bis morgen?
Was war heute gut – auch wenn der Tag echt anstrengend war?
Dieses kleine Ritual ist übrigens kein romantisches Journaling, sondern eher so eine klare Ansage an ihr Gehirn: „Hey, Du musst heute Nacht nichts lösen. Du darfst jetzt einfach die Dateien schließen."
Mein Abendritual ist eine ganz kleine Übung. Hier verrate ich sie Dir.

Fette als sanfte Verbündete Deiner Hormone
Statt nur gegen die Symptome anzukämpfen, fängt Anna an, ihren Körper tagsüber richtig zu unterstützen. Sie baut hochwertige Öle – zum Beispiel Omega 3 und 6 – in ihre Ernährung ein.
Nicht als Wundermittel, sondern eher als Bausteine für ihr Nervensystem, damit es nicht mehr so schnell in den Alarmmodus springt.
Sie sieht jedes Löffelchen dabei als kleine Botschaft: „Ich rüste Dich aus. Du bist nicht allein in diesem ganzen Prozess."

Atem als Reset-Knopf in der Nacht
Wenn Anna nachts aufwacht, greift sie nicht mehr zum Handy. Stattdessen legt sie einfach eine Hand auf ihren Bauch und eine aufs Herz und atmet nach einem ganz einfachen Muster:
4 Sekunden einatmen
6 Sekunden ausatmen
ein paar Minuten lang immer wieder wiederholen
Mit jedem längeren Ausatmen versteht ihr System immer besser: „Hey, die Gefahr ist vorbei." Manchmal schläft sie nach drei Minuten schon wieder ein. Manchmal dauert es halt auch etwas länger. Aber sie ist jetzt eben nicht mehr Opfer vom Aufwachen – sie ist aktiv in Kontakt mit ihrem Körper.
Dein neuer Blick auf Dich: Kein Defekt, sondern Upgrade
Der vielleicht wichtigste Perspektivwechsel überhaupt:
Du bist kein Systemfehler. Du bist eine Frau in einem richtig tiefgreifenden Wandlungsprozess. Dein Schlaf ist in dieser Phase nicht „kaputt", sondern einfach überlastet – und gleichzeitig Deine größte, noch ungenutzte Superkraft.
Stell Dir mal vor, Du würdest die nächsten Wochen nutzen, um nicht mehr gegen Deinen Körper zu kämpfen, sondern mit ihm zu verhandeln.
Du führst sozusagen ein: Düfte als Codes, Rituale als Signale, Atem als Reset, Nährung als Unterstützung.
Genau hier setzt Dein neues Kapitel an – und genau hier kann auch mein Premium Signature Programm, das ich gerade entwickle, Dich begleiten: nicht mit noch mehr „Du musst"-Listen, sondern mit einem Rahmen, in dem Du lernst, Deine innere Sicherheitszentrale wirklich zu verstehen und zu führen.
Mehr für den Moment in meinem Onlinekurs "Wechseljahre ohne Lustverlust"
Denn Deine wahre Superpower in den Wechseljahren ist eben nicht, „funktionieren zu müssen" wie früher.
Deine wahre Superpower ist, mit Deinem Körper zusammenzuarbeiten – und Dir nachts zurückzuholen, was Dir tagsüber Energie, Klarheit und Lebensfreude schenkt.
*Der Name ist verändert.


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