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Hitzewallungen, Schweiß und Mythen: Was Dir keiner über die Wechseljahre sagt

Aktualisiert: 5. Nov.

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Warum schwitzen wir Frauen in den Wechseljahren?

Schwitzen ist ein natürlicher Vorgang, der den Körper vor Überhitzung schützt.

Durch das Schwitzen gibt der Körper Wärme nach außen ab und bewahrt so sein Gleichgewicht.


Besonders während der Wechseljahre gehört plötzliches, starkes Schwitzen zu den bekanntesten Beschwerden. Bis zu 85 Prozent aller Frauen erleben Hitzewallungen und Schweißausbrüche während dieser Zeit. Das Schwitzen ist keine Krankheit, sondern signalisiert, dass sich der Körper hormonell neu einstellt.

Was passiert hormonell?

In den Wechseljahren sinken die Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone – vor allem von Östrogen und Progesteron.

Diese Hormone wirken im Hypothalamus, einer Steuerzentrale im Gehirn, die u.a. die Körpertemperatur überwacht.

Mit dem Rückgang der Hormone erhält der Hypothalamus fehlerhafte Signale und reagiert übertrieben auf normale Temperaturschwankungen.

Die Folge: Die Blutgefäße erweitern sich, es strömt mehr Blut durch den Körper und auf einen Hitzeschub folgt starker Schweißausbruch.

Nicht nur Östrogen, sondern auch Progesteron, Melatonin und sogar Vitamin D sind an der Regulation beteiligt. Ein niedriger Melatoninspiegel verstärkt die fehlerhafte Temperaturregulierung zusätzlich, und auch Stresshormone wie Adrenalin können Hitzewallungen fördern und verstärken.

Wissenschaftliche Hintergründe

Das Auftreten von Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen ist noch nicht bis ins kleinste Detail erforscht. Sicher ist, dass sich das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron verschiebt.

In der Frühphase der Wechseljahre fehlt besonders das beruhigende Progesteron als Gegenspieler zum Östrogen, weshalb manchmal eine sogenannte Östrogendominanz entsteht. Die Schwankungen in den Hormonspiegeln führen in Kombination mit äußeren Faktoren (Stress, Wärme, scharfes Essen) zu vermehrten Schweißausbrüchen.

Wege, um Schwitzen zu reduzieren

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche, nachweislich wirksame Methoden, das Schwitzen zu lindern.

  • Hormonersatztherapie (HRT): Sie gilt als effektivste Behandlung bei schweren Beschwerden und sorgt dafür, dass der Hormonmangel ausgeglichen wird.

    Dabei kommen Östrogen und Progesteron in Form von Tabletten, Pflastern, Gels oder Cremes zum Einsatz. Allerdings sind Risiken zu beachten und unbedingt durch Deinen Arzt zu prüfen.


  • Pflanzliche Mittel: Präparate aus Rotklee, Traubensilberkerze oder Soja enthalten sogenannte Phytoöstrogene, die schwächere hormonelle Effekte haben und helfen können, das Schwitzen zu mindern.


  • Lebensstil: Beweg Dich regelmäßig, achte auf eine ausgewogene Ernährung, verzichte auf übermäßigen Koffein-, Alkohol- und Nikotinkonsum und kleide Dich in Naturmaterialien.


  • Stressmanagement: Meditation, Muskelentspannung, Yoga und bewusste Pausen helfen, das vegetative Nervensystem auszubalancieren und können die Häufigkeit der Schweißausbrüche reduzieren.


Neben hormonellen Ursachen und Lebensstilfaktoren können reinste ätherische Öle eine wirkungsvolle natürliche Unterstützung gegen das belastende Schwitzen in den Wechseljahren sein. Ätherische Öle wirken oft über die Haut und den Geruchssinn, indem sie das Nervensystem beruhigen, Stress reduzieren und sogar die hormonelle Balance sanft fördern.


Ätherische Öle bei Schwitzen und Hitzewallungen

  • Salbeiöl (Salvia officinalis): Salbei ist bekannt für seine schweißhemmenden Eigenschaften und hilft, die Schweißdrüsen zu regulieren. Es kann als Zusatz in Bädern oder als Massageöl verwendet werden.

  • Lavendelöl: Beruhigt die Nerven, fördert Entspannung und verbessert den Schlaf, was nächtliches Schwitzen mildern kann.

  • Pfefferminzöl: Kühlt die Haut und sorgt für ein angenehmes Frischegefühl bei Hitzewallungen.

  • Muskatellersalbei: Unterstützt hormonelle Ausgeglichenheit und wirkt sowohl beruhigend als auch ausgleichend.

Wichtig ist die Verwendung von hochwertigen, 100% reinen und therapeutisch geprüften ätherischen Ölen, da nur diese die gewünschte Wirkung entfalten können.


Praktische Tipps für den Alltag

  • Halte die Raumtemperatur niedrig, besonders im Schlafzimmer (ideale Werte: 16–18 °C).

  • Meide scharfe Speisen und heiße Getränke.

  • Trage luftige Kleidung und verwende Bettwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Seide.

  • Nimm das Schwitzen weder persönlich noch als Tabu – sondern als Zeichen für einen natürlichen Lebenswandel. Sprich offen mit Ärzt*innen und tausche Dich mit anderen Frauen aus.


Fazit

Schwitzen in den Wechseljahren ist ein komplexes Zusammenspiel aus Hormonveränderungen und Körpersignalen.


Die Wissenschaft zeigt: Es sind vor allem Östrogen und Progesteron, deren Mangel die Wärmeregulierung beeinflusst. Mit fundierten Therapien und bewusstem Lebensstil lassen sich Beschwerden gezielt lindern – ganz ohne Mythen, sondern basierend auf echten Fakten.

 
 
 

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